Future Living
APRIL 2009:
The New ”Kur” Culture – Curing the Sick Health Resorts
The hot line of our ”Chancen-Telefon” (crisis help-line) at the Zukunftsinstitut in Germany has been ringing with several
Austrian wellness hotels asking for advice: What to do? What is wrong with wellness? Why don’t the customers want wellness?
One problem, it has to be said, already starts with the term wellness. Wellness is perhaps one of the most overused and abused terms in the modern language.
It is so ubiquitous as to have become meaningless. Nothing is safe from the term: there are wellness socks, wellness schnitzel, wellness tea,
and pointlessly named wellness massages (a tautology if ever there was one). And now, not surprisingly, we are seeing a new phenomena wellness fatigue.
The second problem with wellness lies with what we call the ”passivity clause”.
While we do still have a generation and a certain class of people who want short-term wellness fixes, the new ”creative class”
has different expectations, is a more active participant and wants longer term results from their ”investment”.
Their expectations are about selfness – a more holistic and long term approach to a healthy state of mind as well as body.
Here we take a look at two examples of ailing classic ”wellness” resorts which thanks to innovative and future-thinking people
are now being revived into a new kind of ”Kurort” (health resort) for the creative class. Bad Gleichenberg is a very traditional Austrian Kurort,
at the heart of which is ”Das Kurhaus”. But this is not like any old Kurhaus. This is a life-medicine resort cum design hotel which is promoting
a new philosophy of healthcare. If you come to stay simply for the ”design hotel” aspect, you will come away feeling rejuvinated and health-inspired.
If you come for the medical treatments you will leave feeling as if you had come to stay in a luxury design hotel.
The recipe here is deceptively simple – a hospital doesn’t have to feel like a hospital
(although they do not carry out operations here they have cutting edge diagnostics, therapy and rehabilitation).
What also makes this resort unique is the consequent way in which the Norwegian architects make the building contribute to your well-being.
The creativity and the thought that has gone into the details of the design and the interiors is not to be underestimated – and nor is the psychological effect.
Whether here for daily treatments or several days, here you don’t feel like a sick patient, but a guest. If all hospitals were like this in the future,
the only problem would be you might not want to leave!
Meanwhile another classic Kurort, Bad Gastein is also experiencing something of an image change. In its heyday, it was ”the” place to go
for writers, artists, politicians and every well-to-do person who wanted to ”take the waters”. Today the grand hotels lie empty,
with broken windows and the casino a shadow of its former glamourous self.
But there is life in the old resort yet – thanks to the hideaways, Haus Hirt and Hotel Miramonte.
Below in German, Matthias Horx explains
Warum Haus Hirt & Miramonte Orte der Zukunft sind
In einem normalen Hotel wird man gelagert, versorgt und freundlich begrüßt. Wenn es hoch kommt, auch verwöhnt. Mit kulinarischen und ästhetischen Genüssen. Man muss sich, ausnahmsweise, um gar nichts kümmern. Man wird auf komfortable Weise stillgelegt. Ach Schatz, was haben wir es gut hier!
Das ist in den meisten Hotels der Welt so. Aber ist das genug? Jetzt und in Zukunft?
Das Haus Hirt, und sein jüngster Sprössling Miramonte, sind keine normalen „Hotels”. Es sind HIDEAWAYS.
Ungelenk übersetzt: „Versteck-Orte”. Aber das meint eben viel mehr und eigentlich etwas ganz anderes. Für mich, aber auch für gute Freunde.
In einem Hideaway gibt es auch Wirte – genauer: ein Gastgeber-Paar – wie in jedem Hotel.
Aber diese Gastgeber sind keine Charaktermasken, die ständig rund um die Uhr portemonnaieabhängig lächeln.
Sie geben viel, aber die erwarten auch etwas vom Gast: dass dieser etwas zurückgibt von der Energie, mit der sie sich um die äußeren Umstände kümmern.
Und zwar auf der GEISTIGEN Ebene: Durch Gespräche. Ideen. Emotionen. Kontakte und Kommunikationen, die mehr sind als nur smalltalk.
Hideaways sind geistige Enklaven, in denen man Menschen findet, deren Ideen man teilen möchte.
Hotels sind Gegenwelten der alten Arbeitsgesellschaft: Sie zwingen zum zwanghaften Nichtstun und zum exzessiven Genuss
(„Schatz, wie gut der Kuchen heute wieder schmeckt.”).
Im Unterschied dazu wird man in einem guten Hideaway von zu viel Genuss auch abgehalten. Durch bessere Vorschläge.
Im Unterschied zu einem Hotel kann man in einem Hideaway auch arbeiten, netzwerken, sich mit der Welt verbinden
(die Anzahl von netzwerkfähigen Apple-MACs an der Bar spricht Bände).
In einem Hotel erholt man sich von der Außenwelt. Hotels dienen dem Abschalten. Sie sind, in dieser Hinsicht, Nicht-Orte.
Man fährt hin, um sich KEINE Gedanken zu machen. Hideways sind das Gegenteil: Man fährt hin, um sich Gedanken zu machen.
Sich zu erleben. Zu spüren. Und womöglich zu verändern. In Hideaways verändert man die Position zur Welt (Deshalb ist es gut, sich auf einem Berg zu befinden).
Ein Hideaway ist ein Rückzugsort, an dem das gelingen kann, was in unserer multimobilen urbanen Mobilitätsgesellschaft
selten geworden ist: Konzentration. Um ein Musikstück zu komponieren. Ein Buch zu schreiben. Einen Design zu vollenden. Eine Lebensentscheidung zu treffen.
Oder einfach nur jene Gespräche zu führen, die zu lange warten mussten.
Wenn man versucht, in einem NORMALEN Hotel zu arbeiten, wird man ziemlich schnell von der Routine klopfender Zimmermädchen und staubsaugender
Routinen aus dem Konzept gebracht. Im Hideaway ist es still und diskret; das Hotelpersonal WEISS, dass jemand „am Werke ist”.
Abends geht man an die Bar, wenn die Arbeit vollbracht ist, um sich neue Anregungen zu holen.
In Hotels muss man bald wieder abreisen. Das spürt man schon wenn man kommt. In Hideaways kann man bleiben. Oder gleich nach ein paar Tagen wiederkommen.
Hideaways sind Wohn- und Lebensgemeinschaften auf Zeit. Nur dass man sich nicht über den Abwasch streiten muss.
Hotels sind oft tot und öde, wenn sie nicht voll sind. Hideaways laufen in der Zwischensaison, dann wenn sich die Blätter herbstlich färben,
erst richtig zur ihrer Form auf.
Die meisten Hotels sind Kompromisse. Zwischen Kosten, Gästen, Touristenströmen, Kalkulationen.
Man möchte schließlich möglichst viel „Gästedurchfluss” haben, und deshalb bietet man irgendein durchschnittliches Design an.
Funktionalmöbel von der Stange, Raumdesign im Immergleich-Mass. Hideaways haben eine eigene ästhetische Sprache.
Sie ENTSCHEIDEN sich für eine bestimmte Formensprache. Sie bieten lebendiges, dezidiertes Design. Allerdings verwechseln sie nicht die Form mit dem Inhalt.
Sie sind keine „designhotels”, in denen man sich immer ein wenig underdressed vorkommt.
Das „Design” eines Hideaways ist immer ein Soziales! Es geht nicht primär darum, wie man aussieht.
Sondern wie man sich fühlt.
In einem normalen Hotel weiß man nie, in welchem Zimmer man geschlafen hat. In einem Hideaway weiss man es genau. Und will immer ein BESTIMMTES Zimmer!
Hideaways sind Hotels für Individualisten. Für Menschen in den unterschiedlichsten Lebens-Situationen,
mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen, die ihre Diversität schätzen.
Nicht das Gleiche („Ach ihr kommt auch aus Mannheim!”) wird gesucht, sondern das ANDERE, NEUE.
Hideaways sind Hotels für Menschen, die neu-gierig geblieben sind. Creative minds!
In ein Hideaway kann man auch allein fahren. Wenn man Liebeskummer hat. Oder ein Lebens- und Seelenproblem zu lösen.
Als Sinnsucher, Andersdenkender oder Meditierender. Oder als verliebtes Paar, das die verdammten Kinder mal ein paar Tage loswerden will (nichts für ungut, liebe Kinder!).
In Hideaways wird eine utopische Zukunft sichtbar, in der wir alle ein wenig weniger fremdbestimmt sein werden.
In der aus Arbeit Schöpfung, aus Tätigkeit Kreativität wird. In der wir alle ein wenig mehr zu uns selbst kommen.
Hideaways sind Brückenköpfe der Zukunft.
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